kus bir kus
videoinstallation, projektion auf aluminiumplatte, sound, 5:22min, 2022
// kollaboration mit Jonas Hammerer und Neslihan Yakut
Verbunden in Solidarität durch eine gemeinsame Verlusterfahrung und inspiriert von der anatolischen Literaturtradition des „Asık Atısması“ schufen drei Künstler*Innen im Zeitraum von mehreren Wochen separat die drei Ebenden des Films; Bild, Sound und Text. Diese verschmolzen ineinander, um in der Installation einen vierten Raum zu schaffen. Der Sinn liegt vielleicht hier in diesem vierten Raum, in den die Zuschauer*Innen eingeladen werden, sich einzufühlen, in einen Zustand der gemeinsamen Einsamkeit.
Die Installation nimmt sich den Themen der Einsamkeit, des Loslassen -wollens und -müssens an. Momente, die größer erscheinen, wenn mensch weiß, es ist oder war das letzte mal, dass... Die Flüchtigkeit eines Bildes, eines Satzes, eines Geräusches, wenn mensch gehen muss.
Asık Atısması;
ist die gemeinsame Poesie von Volkssänger*Innen in der anatolischen Volksliteratur. Mindestens zwei Asıks (auch genannt Ozan= DichterInnen), meist in Begleitung von einer Langhalslaute genannt Saz, vor Gelehrt*Innen und Zuhörer*Innen im Rahmen bestimmter Regeln der Dichtkunst gegeneinander an. Sie singen Liebeslieder oder nehmen zu aktuellen sozialen und oder politischen Themen und Missständen stellung, erzählen von wichtigen Ereignissen und berichten aus ihrer Zeit.
o
ben
sus
bi
sus
dur
kus
bi
kus
bak
bi
bak
kimler gitti
ses
ver
ellerini
ver
tut
avuç avuç
saçlarıma yağan toprak tanelerini
“geceydi
yavaşça yükseliyordu
çatıların altından
kargaları
öldürmek üzere
Kovalayan sansarların
ürpertici
sesi”
dur
bi
dur
bi
dur
bi
dur